
Münchner Sicherheitskonferenz (MSC 2026): Warum digitale Souveränität 2026 zur Überlebensstrategie gehören muss
Die diesjährige Münchner Sicherheitskonferenz hinterlässt ein beklemmendes Bild, das durch die Metaphorik der"Abrissbirnen-Politik" geprägt ist.
Während wir in der IT-Sicherheit jahrelang versucht haben, die globale digitale Infrastruktur durch Software-Patches und internationale Sicherheitsabkommen stabil zu halten, erleben wir nun Akteure, die diese Säulen mutwillig einreißen. Für uns im Bereich der Cybersicherheit ist die Botschaft unmissverständlich:
Die Ära einer verlässlichen digitalen Ordnung unter dem Schutzschirm der USA ist beendet.
Wenn transaktionale Deals über prinzipiengeleitete Wertegemeinschaft gestellt werden, bedeutet das für Europa das Ende der digitalen Bequemlichkeit.
Das Ende der transatlantischen Garantie: Europa steht vor einer neuen Ära der Cyber-Verwundbarkeit
Lange Zeit hat sich Europa auf ein unsichtbares Service-Level-Agreement mit den Vereinigten Staaten verlassen, bei dem wir Daten und Marktanteile gegen ein militärisches Schutzversprechen und freie Märkte eintauschten. Doch die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 und deren Cybersicherheitskongress MCSC macht deutlich, dass dieser Versprechen an neue Bedingungen geknüpft wird und zunehmend als Verhandlungsmasse für geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen dient.
Während diese Schutzgarantien bröckeln, weiten Staaten wie Russland und China seine offensive Cyberoperationen gegen europäische Unternehmen, Infrastrukturen und staatliche Institutionen massiv aus. Wir beobachten in unseren Analysen eine Zunahme von Desinformationskampagnen und Angriffen auf kritische Infrastrukturen, die darauf abzielen die Belastbarkeit unserer Gesellschaft direkt zu testen und technologische Abhängigkeiten auszunutzen.
In einer solchen Welt ist digitale Souveränität kein protektionistischer Luxus mehr, sondern das notwendige Immunsystem einer resilienten Gesellschaft.
Um diese Resilienz zu erreichen, muss Europa seine Machtressourcen bündeln und gemeinsame Werkzeuge entwickeln, die technologisch unabhängig von politischen Machtgefügen der Geopolitik funktionieren. Dies erfordert in der Cybersicherheit eine konsequente Diversifizierung unserer Lieferketten für Hardware, Cyber-Threat Intelligence und Software-Lösungen. Gleichzeitig muss die Integrität unserer digitalen Systeme sichergestellt werden, um dem weit verbreiteten Vertrauensverlust in demokratische Institutionen entgegenzuwirken. Hierfür sind überprüfbare Standards für vertrauenswürdige Architekturen notwendig, insbesondere bei KI gestützten Systemen.
Nur durch Transparenz und technologische Selbstbestimmung können wir daran arbeiten, dass unsere europäischen Systeme widerstandsfähiger gegen Manipulation sind als autoritäre Alternativen.







