Mehr Kameras an Umspannwerken – das ist die erste Forderung nach den Anschlägen auf das Stromnetz in NRW und Brandenburg.
NRW-Innenminister Herbert Reul sagt, wir seien beim Datenschutz zu vorsichtig geworden.
Unser CEO Mirko Ross widerspricht ihm im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Sein erster Punkt: Man kann nicht jedes Umspannwerk, jeden Kabelschacht, jeden Verteilerkasten mit einer Kamera absichern. Dafür ist die kritische Infrastruktur viel zu groß und zu verteilt. Was in Bergheim tatsächlich geholfen hat: Als das Umspannwerk ausfiel, haben andere Teile des Netzes den Ausfall abgefangen. Genau da sollte investiert werden – in Resilienz statt in immer mehr Überwachung.
„Wenn eine Komponente wie ein Umspannwerk ausfällt, muss das von anderen sofort kompensiert werden“, sagt Ross.
Der zweite Punkt geht in der aktuellen Debatte fast unter:
Das eigentliche Problem liegt bei den Sicherheitsbehörden selbst. Polizei, Verfassungsschutz und Nachrichtendienste tauschen sich zwischen den Bundesländern kaum aus. Jedes Land fährt sein eigenes IT-System, Daten müssen mehrfach konvertiert werden, bevor sie überhaupt ankommen.
„Wir müssen diese Barrieren abbauen und den Informationsfluss verbessern, dafür sorgen, dass Daten nicht fünfmal konvertiert werden müssen“.
Dazu kommen ganz banale Probleme: zu wenig Personal und Budgets, die erst nach dem Landeshaushalt freigegeben werden.
Wer auf dynamische Bedrohungen schnell reagieren soll, aber erst auf den Haushaltsbeschluss warten muss, hat ein strukturelles Problem, kein technisches.
Beim Datenaustausch zwischen Sicherheitsbehörden ist Deutschland europäisches Schlusslicht, sagt Ross.
Und die Angriffe auf unsere Infrastruktur werden nicht weniger.
Das ganze Interview: Kölner Stadt-Anzeiger:
https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/sicherheitsexperte-mehr-kameras-sind-keine-loesung-1365099


Konrad Buck
Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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