Kühlsysteme in europäischen Supermärkten gehackt
Für die Kühltruhen, die in mehreren europäischen Ländern gehackt wurden, war das Standardpasswort „längst bekannt“. Das erklärt Mirko Ross, CEO von asvin, im Interview mit dem ORF. Das Passwort war online dokumentiert, die Angreifer mussten es nur nutzen. Spezialwissen staatlicher Akteure war dafür nicht nötig, auch einfache Hacker konnten diese Angriffe ausführen.
Der ORF wollte wissen, warum sich solche Vorfälle gerade jetzt häufen.
Die Antwort: Die Cyberlage verschärft sich, und Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mit KI finden Angreifer sehr schnell Schwachstellen und nutzen sie auch für die Angriffe selbst. Dazu kommen immer mehr Geräte am Internet und damit eine wachsende Angriffsfläche, „denn nicht alle Geräte sind sehr gut geschützt“.
Vandalen, Aktivisten, Erpresser
Wer hinter den Angriffen steckt, ist offen. Infrage kommen Hacker, die Spaß daran haben, etwas kaputt zu machen, politisch motivierte Hacktivisten und Kriminelle, die erpressen wollen. Auch staatliche Akteure sind möglich, so wie in den USA, wo Kühltruhen des Militärs gehackt wurden. Selbst die Berichterstattung über die Angriffe sorgt für Verunsicherung, und auch daran könnten staatliche Hacker im Informationskrieg Interesse haben.
Das eigentliche Problem ist laut dem asvin-CEO veraltete Firmware, die sich nicht mehr aktualisieren lässt. Dann muss die Hardware ausgetauscht werden, im Zweifel das ganze Kühlgerät. Bei Tausenden Geräten geht das nicht von heute auf morgen.
Glück allein schützt nicht
, Österreich war bisher nicht betroffen. Dazu gibt es im Interview eine klare Botschaft:
„Seien Sie froh, dass Österreich bisher nicht betroffen ist. Es schützt Sie aber nicht davor, in Zukunft doch getroffen zu werden. Diese Geräte sind in Masse verkauft, mit Sicherheit wird es auch Geräte in Österreich geben, die potenziell eine Angriffsfläche haben.
Aber wenn die Betreiber, die Lebensmittelketten, hier entsprechend Vorsorge treffen, die Geräte isolieren, abkoppeln, nicht mehr so einfach fürs Internet zugänglich machen, dann können die Geräte potenzielle Schwachstellen haben, aber die Hacker können von außen nicht zugreifen.“
Das Thema endet nicht am Supermarktregal, auch Haushaltsgeräte können betroffen sein. Aktuell gibt es Meldungen zu Angriffen auf Smart-TVs: Angreifer übernehmen die Kontrolle über die Fernseher und nutzen sie, um Unternehmen anzugreifen. Laut der jüngsten Meldung hat ein Angreifer Millionen Smart-TVs weltweit zusammengeschaltet.
Was das für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet, erklärt der Cybersecurity-Experte im ganzen Gespräch.
Das Interview gibt es beim ORF zu sehen:


Konrad Buck
Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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