6 Milliarden in 20 Minuten: Warum Kryptobörsen ein bevorzugtes Ziel sind
Hacker sollen bei Binance, der größten Kryptobörse der Welt, rund 6 Milliarden US-Dollar erbeutet haben. Im Verdacht stehen staatliche Angreifer aus Nordkorea. In „Update Wirtschaft“ spricht Mirko Ross, Gründer und CEO von asvin, über den Fall und seine Folgen.
Dass eine Kryptobörse angegriffen wird, überrascht ihn nicht. Erst im vergangenen Jahr wurden bei einer anderen Börse 1,5 Milliarden in Kryptowährung entwendet. Neu ist die Größenordnung:
„In Gold wären das 22 bis 23 LKW-Ladungen gewesen. Bei Kryptowährung geht das innerhalb von 20 Minuten.“
Einfach sei so ein Angriff trotzdem nicht. Die Täter greifen seit Jahren gezielt Kryptobörsen an und gehen hochprofessionell vor. Binance zeige aber, dass es möglich ist. Deshalb müsse jetzt geklärt werden, ob die Sicherheitsmaßnahmen dort ausgereicht haben.
Die Spur des Geldes
Jede Transaktion steht im Ledger, dem Transaktionsbuch, und lässt sich nachverfolgen. So konnten rund 3 Milliarden eingefroren werden. Beim Rest wird es schwierig. Spezialisierte Dienstleister stückeln die Beträge in kleine Teile und tauschen sie in viele andere Kryptowährungen um. Dieselben Strukturen gibt es auch bei Ransomware-Erpressungen. „Nachvollziehen kann man es, aber es ist extrem aufwendig.“
KI auf beiden Seiten
Dazu kommen Angriffe auf Kühlsysteme. Mirko Ross beschreibt die vergangenen vier bis acht Wochen als sehr angespannte Zeit, in der Sicherheitsfirmen rund um die Uhr arbeiten. Der Grund ist künstliche Intelligenz: Angreifer nutzen KI, um Schwachstellen zu finden und auszunutzen.
Seine Antwort darauf ist KI auch in der Abwehr. Europa hängt dabei hinterher, weil Regulierung bremst und starke Frontier-Modelle aus den USA hier nicht verfügbar sind.
Das ganze Interview gibt es in der ARD Mediathek:


Konrad Buck
Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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