Spur führt nach Nordkorea: Mirko Ross zum größten Krypto-Raub aller Zeiten bei Binance
Die größte Kryptobörse der Welt wurde gehackt. Über 6 Milliarden Dollar sind weg, und die Spur führt nach Nordkorea. Im heute journal update vom 30. Oktober 2026 erklärt Mirko Ross, Cybersecurity-Experte und CEO von asvin, was hinter dem Angriff steckt und wie sich Anleger schützen können.
Es ist ein Raub in einer neuen Größenordnung: Unbekannte haben bei Binance mehr als 6 Milliarden Dollar in Kryptowährung erbeutet. Binance wurde nicht zum ersten Mal angegriffen. Schon einmal war der Laptop eines Mitarbeiters das Einfallstor für Hacker. Diesmal beschwichtigt das Unternehmen und erklärt, die Werte der Nutzer seien absolut sicher.
Ganz unerwartet kam der Angriff für Mirko Ross nicht:
„Ich war nicht ganz überrascht, denn in der Cybersicherheit gab es solche Angriffe schon in der Vergangenheit. Aber die schiere Größe und die Menge an Kryptowährung, die hier gestohlen wurde, hat mich schon vom Hocker gehauen.“
20 LKW voller Gold
Binance hat zugesagt, die Verluste zu ersetzen. Wie groß die Summe ist, zeigt Ross mit einem Vergleich: „Wenn wir die Summe in Gold umrechnen und den Superschurken Goldfinger aus James Bond hätten, dann hätte er für diesen Raub 20 Lkw gebraucht. Mit Kryptowährung geht das natürlich viel schneller.“
Ob die Anleger ihr Geld vollständig zurückbekommen, ist offen.
„Was wir wissen: Binance kann einen Teil der gestohlenen Währung aus eigenen Mitteln decken, aber eben nicht vollständig. Es bleibt ein Betrag von ungefähr 2 Milliarden Dollar übrig, den Binance decken möchte. Es bleibt abzuwarten, ob das gelingt.“
Nordkoreas Hacker in neuer Dimension
Die US-Analysefirma TRN ordnet den Angriff einer nordkoreanischen Hackergruppe zu. Ross hält das für plausibel: „Wir müssen abwarten, was die finalen Analysen sagen. Aber Nordkorea hat sich von staatlicher Seite eine Hackergruppe aufgebaut, die in der Vergangenheit immer wieder Kryptowährung gestohlen hat. Zuletzt wissen wir von 1,5 Milliarden. Dieser neue Hack mit über 6 Milliarden ist eine vollkommen andere Dimension. Vieles weist darauf hin, dass Teile der gestohlenen Währung tatsächlich auf Kryptokonten geflossen sind, die Nordkorea zugeschrieben werden.“
Hot Wallet oder Cold Wallet
Hackerangriffe werden immer schwerer abzuwehren. Wie können sich Anleger schützen? Ross unterscheidet zwei Arten von Krypto-Geldbörsen: „Versierte Krypto-Anleger kennen das Problem. Die Angriffe zielen auf Hot Wallets. Das sind Krypto-Geldbörsen, die direkt mit dem Internet verbunden sind und für schnelles Trading genutzt werden. Der versierte Anleger nutzt eine Cold Wallet. Die kann man vom Internet trennen, und solange sie getrennt ist, ist sie auch sicher. Damit kann man allerdings nicht schnell handeln.“
Das ganze Interview mit Mirko Ross aus der Sendung „heute journal update“ vom 30. Oktober 2026 ist in der ZDF-Mediathek verfügbar (ab Minute 9:40):
https://www.zdf.de/play/magazine/heute-journal-update-104/heute-journal-update-vom-30-oktober-2026-100


Konrad Buck
Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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